Energieauditpflicht – BAFA zeigt Verständnis für Corona

Dass es sich bei dem Corona-Virus um eine Pandemie historischen Ausmaßes handelt, ist mittlerweile traurige Gewissheit. Das öffentliche Leben ist auf ein Minimum reduziert und die Gesellschaft befindet sich in einer Ausnahmesituation. Das Personal in Krankenhäusern und dem Gesundheitswesen sowie in Supermärkten, Drogerien und den dazugehörigen Lieferketten leisten genau wie Müllentsorgungsdienste und Lieferservices Unglaubliches. An dieser Stelle daher ein großes Dankeschön an alle genannten und nicht genannten Personenkreise, die sich in diesen Zeiten besonders stark für die Gesellschaft einsetzen!

Mit der Energieauditpflicht gerät nun parallel die Umsetzung eines europaweiten Gesetzes in einen Konflikt. Verpflichtende Ortsbegehungen zur technischen Bestandsaufnahme sowie Bewertung nach DIN EN 16247-1 sind vielerorts nicht möglich und die personelle Infrastruktur ist an vielen Standorten extrem ausgedünnt. Besonders im Gesundheitswesen, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen hat das Corona-Virus oberste Priorität und bindet Personal, sodass eine fristgerechte Durchführung eines vollständigen Energieaudits nach DIN EN 16247-1 unmöglich ist.

Keine Stichprobenkontrollen während der Corona-Krise

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) reagiert als zuständige Kontrollinstanz für die korrekte Durchführung von Energieaudits nach DIN EN 16247-1 auf die angespannte Situation und gibt auf deren Homepage offiziell bekannt: „Während der Krise erfolgt keine Stichprobenkontrolle durch das BAFA.“ Weiterhin räumt es den betroffenen Unternehmen ein, die Online-Meldepflicht im Falle der nicht fristgerechten Durchführung eines Energieaudits nach der Krise mit einer entsprechenden Begründung (z.B. kein Betretungsrecht durch Externe) nachzureichen.

Damit dürften besonders Unternehmen im Gesundheitswesen wie Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Reha-Zentren aufatmen und weiterhin den Fokus auf die Versorgung der Patienten legen.

Haben Sie Fragen, wie es in Ihrem speziellen Fall nun weitergehen kann? Sprechen Sie uns gern an und wir finden gemeinsam die für Sie optimale Lösung.


Eigenerzeugung | Ausweisung versorgter Dritte nach § 62b EEG auf Knopfdruck (BHKW, PV, NEA)

Dass die Eigenstromerzeugung  (nachfolgend exemplarisch für Blockheizkraftwerke [BHKW]), diverse Privilegien erfährt, zeigt beispielweise die teilweise oder vollständige EEG-Umlage-Entlastung des eigenerzeugten und eigenverbrauchten Stroms. Dies gilt für weitergeleitete BHKW-Strommengen an sogenannte Dritte jedoch nicht. Für den Teil des BHKW-Stroms, der einem Dritten zugutekommt, entfällt das EEG-Eigenstromprivileg, sodass der vollständige Satz der EEG-Umlage anzusetzen ist. Entsprechend wird eine Differenzierung zwischen Eigennutzung und Nutzung durch Dritte verlangt.

Wie so etwas aussehen kann, zeigt nachfolgender Ausschnitt unserer BI-Software, in der unsere Kunden in Echtzeit Eigennutzung sowie Nutzung des BHKW-Stroms durch Dritte stets im Blick haben.

BHKW Ausweisung Dritter
Ausschnitt unseres Online-Interfaces zur transparenten Differenzierung zwischen eigengenutztem BHKW-Strom und Nutzung durch Dritte

Bis zur Meldefrist am 31.05.2020 kann diese Differenzierung noch über anerkannte Schätzverfahren erfolgen (Wir berichteten am 28.05.2019 in unserem Newsfeed). Bis Ende 2020 sind BHKW-Betreiber angehalten, noch im Jahr 2020 messtechnisch aufzurüsten, denn der Drittmengenmeldung mit Frist zum 31.05.2021 für das Kalenderjahr 2020 ist ein realisiertes Messkonzept beizulegen. Im Messkonzept muss dargelegt werden, wie seit dem 01.01.2021 sichergestellt wird, dass nur der eigengenutzte BHKW-Strom nach § 62b EEG teilweise oder ganz befreit ist.

Nach § 104 Absatz 10, Satz 3 EEG kann derjenige Netzbetreiber, welcher zur Erhebung der EEG-Umlage berechtigt ist, verlangen, dass die Erklärung zur Sicherstellung des Eigenverbrauchs durch einen Wirtschaftsprüfer, eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, einen genossenschaftlichen Prüfungsverband, einen vereidigten Buchprüfer oder eine Buchprüfungsgesellschaft geprüft wird.

Wie wichtig die korrekte Abgrenzung ist, wird in § 104 Absatz 11, Satz 1 EEG deutlich. Demnach wird bei nicht durch mess- und eichrechtskonforme Messeinrichtungen erfasste oder abgegrenzte Strommengen der vollständige EEG-Umlagesatz auf die Gesamtmenge (im schlimmsten Fall auch rückwirkend bis zur Inbetriebnahme des BHKW) geltend gemacht.

Die Abgrenzung nicht EEG-Umlage befreiter Strommengen stetig, transparent und verlässlich
Wir haben das Problem für BHKW-Betreiber erkannt und gemeinsam mit unseren Kunden individuelle Lösungen entwickelt. Auf Basis einer vorgelagerten Messkonzeptionierung werden sinnvolle Messeinrichtungen inkl. Kommunikationsschnittstellen so platziert, dass das Verhältnis aus Nutzen und Aufwand für den Kunden optimal ist. Die Messdaten werden automatisiert in ein zentrales Data Warehouse übertragen und mittels speziell für diesen Zweck programmierten Applikationen in einem interaktiven Online-Dashboard transparent und auf Wunsch in Echtzeit dargestellt. Unseren Kunden ist es somit jederzeit möglich, die Entwicklung von Eigen- und Drittnutzung sowie abzuführende EEG-Umlagen über das Jahr zu verfolgen. Zur jährlichen Meldefrist ist es daher mit nur einem Knopfdruck möglich, sämtliche Informationen für die erforderliche Meldung zusammengefasst zu exportieren.

Neugierig geworden? Dann sprechen Sie uns gern an und wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine für Sie sinnvolle Lösung


Ökodesignrichtlinie – Gehen bald die Lichter aus?

Zum Abschluss 2019 wurde es noch einmal spannend um die Debatte um Ökodesign-Anforderungen an Lichtquellen. So veröffentlichte die Europäische Kommission am 5. Dezember 2019 die Verordnung 2019/2020/EU zu Feststellung der Anforderungen an Lichtquellen und separate Betriebsgeräte sowie die delegierte Verordnung 2019/2015/EU zur Energieverbrauchskennzeichnung von Lichtquellen.

Die Europäische Kommission setzt damit ein Statement und schreibt vor, welche konventionellen und ineffizienten Leuchtmittel ab Inkrafttreten der Verordnungen am 1. September 2021 nicht länger in den Verkehr gebracht werden dürfen.

Unter anderem betrifft das die sogenannten Energiesparlampen, also Kompaktleuchtstofflampen mit eingebautem Vorschaltgerät. Ab 1. September 2023 entfallen darüber hinaus T8-Lampen in den Größen 600, 1.200 und 1.500 Millimeter sowie Halogenlampen mit den Sockeln G9, G4, GY6.35.

Auch zu den viel diskutierten Energielabeln bzw. Energieverbrauchsetiketten von Lichtquellen hat die Europäische Kommission sich Gedanken gemacht. Eine neue Skala soll ab dem 1. Spetember 2021 Abhilfe schaffen und in den handel kommen. Sie gibt Auskunft über die Effizienz der Leuchtmittel in einem Ranking von A bis G.

Bereits seit dem 1. Weihnachtstag, also dem 25. Dezember 2019 erlosch zudem die Pflicht zur Kennzeichnung von Leuchten für Hersteller und Lieferanten. Damit entfielen Artikel 3, Absatz 2 und Artikel 4, Absatz 2 aus der Verordnung 2012/874/EU .

Was heißt das für Sie?
Es ist davon auszugehen, dass der Markt entsprechend reagiert und Händler von effizienten und weiterhin zugelassenen Leuchtmitteln entsprechende Preisstrategien fahren. Haben Sie daher frühzeitig Ihre Leuchtmittel im Blick und tauschen Sie clever aus. Gern helfen wir Ihnen dabei Ihre betroffene Infrastruktur zu bewerten und sprichwörtlich Licht ins Dunkle zu bringen.