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Alexander Meyer B.Eng.
Teamleiter | Vertrieb

10
July
2026
4 Minuten

Erneuerbare Energien decken erstmals 58 % des Stromverbrauchs in Deutschland

Energie

Die erneuerbaren Energien in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Rekord erreicht. Erstmals stammen 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Damit wurde nicht nur der Vergleichswert des Vorjahreszeitraums von 55,2 % übertroffen, sondern auch der Jahresdurchschnitt 2025 von 55,8 %. Nach vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) sowie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wurden zwischen Januar und Juni 2026 rund 152,2 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom erzeugt. Besonders die Windenergie leistete einen entscheidenden Beitrag zum Wachstum der erneuerbaren Stromerzeugung. Der anhaltend hohe Ausbau von Windkraft-, Solar- und weiteren erneuerbaren Energieanlagen unterstreicht die fortschreitende Energiewende in Deutschland. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass erneuerbare Energien zunehmend zur tragenden Säule einer nachhaltigen und klimafreundlichen Stromversorgung werden.

Gründe für den Rekordwert bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Der Rekordanteil der erneuerbaren Energien am deutschen Stromverbrauch ist vor allem auf eine deutlich höhere Stromerzeugung aus Windenergie zurückzuführen. Nach einem vergleichsweise windschwachen ersten Halbjahr 2025 konnten sowohl die Windkraft an Land als auch auf See spürbare Zuwächse verzeichnen. Die Stromproduktion aus Onshore-Windenergie stieg um 7,0 %, während die Offshore-Windenergie sogar ein Wachstum von 28,3 % erreichte und damit einen wesentlichen Beitrag zum neuen Rekordwert leistete.
Auch die Photovoltaik setzte ihren Wachstumskurs fort. Die Stromerzeugung aus Solarenergie lag im ersten Halbjahr 2026 um 3,7 % über dem Vorjahresniveau. Der kontinuierliche Ausbau von Solaranlagen stärkt damit die Bedeutung der Photovoltaik als zentralen Baustein der deutschen Energiewende.

Demgegenüber entwickelte sich die Wasserkraft rückläufig. Aufgrund geringerer Niederschlagsmengen sank die Stromerzeugung aus Wasserkraft um 7,7 %. Die Biomasse blieb hingegen mit einem leichten Anstieg von 0,6 % auf einem weitgehend stabilen Niveau und leistet weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht die Dynamik innerhalb der erneuerbaren Energien in Deutschland. Insbesondere der starke Ausbau von Wind- und Solarenergie treibt die Transformation des Energiesystems voran und erhöht den Anteil von Ökostrom am deutschen Strommix. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass wetterbedingte Einflüsse weiterhin eine wichtige Rolle bei der Stromerzeugung spielen. Insgesamt unterstreicht der neue Rekord die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien für eine nachhaltige, klimafreundliche und zukunftssichere Energieversorgung

Strommix 2026: So verteilt sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland insgesamt 152,2 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Den größten Anteil an der erneuerbaren Stromproduktion lieferten dabei die Windenergie an Land und die Photovoltaik, die gemeinsam rund zwei Drittel der gesamten Ökostromerzeugung ausmachten.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verteilte sich wie folgt:
• Windenergie an Land: 52,9 Milliarden kWh (20,1 %)
• Photovoltaik: 52,4 Milliarden kWh (19,9 %)
• Biomasse: 21,9 Milliarden kWh (8,3 %)
• Windenergie auf See: 15,0 Milliarden kWh (5,7 %)
• Wasserkraft: 7,2 Milliarden kWh (2,7 %)

Die Zahlen verdeutlichen die zentrale Rolle von Windkraft und Solarenergie für die deutsche Stromversorgung. Während die Windenergie weiterhin die wichtigste Einzelquelle unter den erneuerbaren Energien bleibt, gewinnt die Photovoltaik durch den kontinuierlichen Ausbau von Solaranlagen zunehmend an Bedeutung. Insgesamt belief sich die Bruttostromerzeugung in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 auf 263,5 Milliarden Kilowattstunden. Dem gegenüber stand ein Bruttostromverbrauch von 262,4 Milliarden Kilowattstunden.

Ausbau erneuerbarer Energien bleibt auf Wachstumskurs

Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland hat sich auch im ersten Halbjahr 2026 auf einem hohen Niveau fortgesetzt und schafft die Grundlage für eine nachhaltige Steigerung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Besonders dynamisch entwickelte sich erneut die Photovoltaik. Mit einem Bruttozubau von 8,3 Gigawatt wurde der bereits starke Vorjahreswert von 7,8 Gigawatt nochmals übertroffen. Damit bleibt die Solarenergie einer der wichtigsten Treiber der Energiewende und leistet einen wachsenden Beitrag zur klimafreundlichen Stromversorgung. Auch die Windenergie an Land setzte ihren positiven Wachstumskurs fort. Im ersten Halbjahr 2026 wurden neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 2,5 Gigawatt in Betrieb genommen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 2,2 Gigawatt installiert wurden, entspricht dies einem weiteren Anstieg der Ausbaugeschwindigkeit. Besonders deutlich zeigte sich die Dynamik bei der Offshore-Windenergie. Nachdem im gesamten Jahr 2025 Windparks auf See mit einer Leistung von 0,5 Gigawatt neu ans Netz gingen, wurden allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 bereits 0,9 Gigawatt zusätzliche Kapazitäten installiert. Dieser starke Zuwachs unterstreicht die zunehmende Bedeutung der Offshore-Windkraft für die zukünftige Stromversorgung Deutschlands.

Warum der steigende Anteil erneuerbarer Energien für Deutschland von großer Bedeutung ist

Der kontinuierlich wachsende Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix bringt sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile mit sich. Nach Einschätzung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) trägt der Ausbau von Wind-, Solar- und weiteren erneuerbaren Energiequellen dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu verringern. Gleichzeitig stärkt er die Versorgungssicherheit und erhöht die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gegenüber internationalen Energiepreis- und Rohstoffschwankungen. Darüber hinaus spielt die zunehmende Nutzung von Ökostrom eine zentrale Rolle bei der Erreichung der nationalen und europäischen Klimaschutzziele. Jede zusätzlich erzeugte Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien kann fossile Energieträger ersetzen und somit zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen beitragen. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien gilt daher als wesentlicher Baustein für eine nachhaltige, klimafreundliche und zukunftsfähige Energieversorgung. Um die positive Entwicklung langfristig fortzuführen, sieht der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) jedoch weiterhin Handlungsbedarf auf politischer Ebene. Insbesondere bei den geplanten Novellierungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) wird eine zügige Umsetzung gefordert. Nach Ansicht des Verbandes sollten beide Gesetzesvorhaben noch im laufenden Jahr verabschiedet und anschließend von der Europäischen Union genehmigt werden, um Investitionssicherheit zu schaffen und die geplanten Ausbauziele ohne Verzögerungen umzusetzen.

Warum der Anteil erneuerbarer Energien unterschiedlich ausgewiesen wird

Für die Berechnung des Anteils erneuerbarer Energien werden unterschiedliche Bezugsgrößen herangezogen. Die in Deutschland und der Europäischen Union maßgebliche Kennzahl ist der Anteil am Bruttostromverbrauch. Auf dieser Grundlage deckten erneuerbare Energien im ersten Halbjahr 2026 58,0 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Darüber hinaus wird der Anteil an der Bruttostromerzeugung betrachtet. Hierbei wird ausschließlich die in Deutschland produzierte Strommenge berücksichtigt. Nach dieser Berechnung erreichte der Anteil erneuerbarer Energien im ersten Halbjahr 2026 57,7 %.

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