Alexander Meyer B.Eng.
Teamleiter | Vertrieb

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Der aktuelle Projektionsbericht 2026 kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland seine Klimaziele bis 2030 nach derzeitigem Stand voraussichtlich nicht vollständig erreichen wird. Dem Bericht zufolge werden die Treibhausgasemissionen zwar weiter sinken, die derzeit absehbaren Minderungen reichen jedoch nicht aus, um die gesetzlichen Vorgaben vollständig zu erfüllen. Erstellt wurde der Bericht vom Öko-Institut gemeinsam mit weiteren Forschungseinrichtungen im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA). Die Analyse zeigt, dass sich die Entwicklung der Emissionen in den einzelnen Sektoren unterschiedlich gestaltet. Während die Energiewirtschaft voraussichtlich weitere Emissionsminderungen erzielt, werden insbesondere im Gebäude- und Verkehrssektor weiterhin erhebliche Herausforderungen bei der Emissionsreduktion gesehen. Auch bei den langfristigen Klimaschutzzielen weist der Bericht auf bestehende Lücken hin. Für das Jahr 2040 wird derzeit eine Minderung der Treibhausgasemissionen um rund 80 Prozent gegenüber 1990 prognostiziert. Das gesetzlich festgelegte Ziel liegt hingegen bei 88 Prozent. Darüber hinaus kommt der Bericht zu dem Schluss, dass das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 mit den aktuell berücksichtigten Maßnahmen voraussichtlich nicht erreicht werden kann. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass für die Erreichung der deutschen Klimaschutzziele zusätzliche Anstrengungen und weitere Maßnahmen in verschiedenen Sektoren erforderlich sein könnten.
Die Klimaziele in Deutschland bis 2030 sehen eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 65 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 vor. Laut dem aktuellen Projektionsbericht wird dieses Ziel jedoch voraussichtlich nicht erreicht. Stattdessen wird bis 2030 eine Emissionsminderung von knapp 63 Prozent erwartet. Auch bei den langfristigen Klimaschutzzielen zeichnet sich laut Bericht eine Zielverfehlung ab. Das für 2040 festgelegte Minderungsziel von 88 Prozent gegenüber 1990 wird voraussichtlich um rund acht Prozentpunkte unterschritten. Den Projektionen zufolge wird bis dahin eine Emissionsminderung von etwa 80 Prozent erreicht. Zudem wird die im Klimaschutzgesetz verankerte Treibhausgasneutralität bis 2045 nach den aktuellen Berechnungen nicht erreicht. Für das Jahr 2045 werden weiterhin Brutto-Emissionen von rund 212,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent prognostiziert.
Die Entwicklung der Treibhausgasemissionen verläuft laut Projektionsbericht in den einzelnen Sektoren unterschiedlich. Während in der Energiewirtschaft ein erheblicher Teil der Emissionsminderungen durch den Ausbau erneuerbarer Energien erzielt wird, werden auch in der Industrie deutliche Emissionsreduktionen erwartet. Dazu trägt unter anderem der EU-Emissionshandel bei. Im Gebäude- und Verkehrssektor werden die vorgesehenen Minderungspfade dagegen deutlich verfehlt. Die dort ausbleibenden Emissionsminderungen können die Fortschritte in anderen Bereichen nicht ausgleichen. Dadurch werden die Klimaziele in Deutschland bis 2030 nach den aktuellen Projektionen insgesamt voraussichtlich nicht erreicht.
Laut Projektionsbericht leistet die Energiewirtschaft bis 2030 den größten Beitrag zur Minderung der Treibhausgasemissionen und nimmt damit eine zentrale Rolle bei der Erreichung der deutschen Klimaziele ein. Im Zusammenhang mit den Klimazielen bestehen zudem Vorgaben für den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch. Für das Jahr 2030 ist ein Anteil von rund 80 Prozent vorgesehen. Nach den aktuellen Projektionen wird dieses Ziel jedoch voraussichtlich knapp verfehlt. Im zugrunde liegenden Szenario liegt der Anteil erneuerbarer Energien bei etwa 79 Prozent und setzt damit die derzeitigen Trends beim Ausbau der erneuerbaren Energien fort. Darüber hinaus zeigt der Bericht, dass die Energiewirtschaft im betrachteten Szenario bereits ab 2028 nicht mehr der größte Emittent von Treibhausgasen wäre.
Laut dem Projektionsbericht sinken die Treibhausgasemissionen der Industrie im betrachteten Szenario bis 2030 um rund 60 Prozent gegenüber 1990. Als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung wird der EU-Emissionshandel genannt, der zur Reduktion der Emissionen in emissionsintensiven Industriebranchen beiträgt. Der Bericht zeigt zudem, dass sich die Verteilung der Emissionen zwischen den einzelnen Sektoren im Zeitverlauf verändert. Die Industrie rückt dabei perspektivisch stärker in den Fokus der Emissionsentwicklung. Die weitere Entwicklung hängt jedoch auch von der Umsetzung klimapolitischer Instrumente und Maßnahmen ab
Laut den Projektionen des Projektionsberichts 2026 weicht der Gebäudesektor weiterhin deutlich vom im Klimaschutzgesetz vorgesehenen Minderungspfad ab. Im zugrunde liegenden Szenario ergibt sich bis 2030 eine Lücke von rund 110 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Damit zählt der Gebäudesektor zu den Bereichen, in denen die Emissionsentwicklung besonders deutlich hinter den für 2030 festgelegten Klimazielen zurückbleibt. Der Bericht zeigt insgesamt, dass die bisher angenommenen Entwicklungen im Gebäudebereich nicht ausreichen, um die vorgesehenen Emissionsminderungen innerhalb des vorgegebenen Zeitraums zu erreichen. Detaillierte Aussagen zu einzelnen Ursachen für die Zielverfehlung im Gebäudesektor werden dabei nicht getroffen. Die Projektionen machen jedoch deutlich, dass der Sektor nach aktueller Einschätzung weiterhin zu den größten Herausforderungen bei der Erreichung der Klimaziele in Deutschland bis 2030 zählt.
Auch im Verkehrssektor werden die vorgesehenen Klimaziele laut Projektionsbericht deutlich verfehlt. Bis 2030 entsteht gegenüber dem vorgesehenen Minderungspfad eine Lücke von rund 187 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Zudem wird die Zielmarke von 15 Millionen batterieelektrischen Fahrzeugen bis 2030 nach den aktuellen Projektionen nicht erreicht. Im zugrunde liegenden Szenario wird der Bestand stattdessen auf rund 7 Millionen Fahrzeuge geschätzt. Der Verkehrssektor zählt damit weiterhin zu den Bereichen mit den größten Abweichungen von den angestrebten Emissionsminderungen.
Auch der LULUCF-Sektor (Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft) verfehlt laut Projektionsbericht die festgelegten Klimaziele für die Jahre 2030, 2040 und 2045. Der Sektor umfasst sowohl Emissionen als auch CO₂-Speicherleistungen, die aus der Nutzung von Böden, Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen resultieren. Den Projektionen zufolge wird nicht nur eine Zielverfehlung erwartet, sondern teilweise auch eine gegenläufige Entwicklung der Emissionen im Zeitverlauf. Als Gründe nennt der Bericht unter anderem eine geringere Senkenleistung der Wälder sowie hohe Emissionen aus organischen Böden. Für das Jahr 2030 werden Emissionen von rund 25 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent prognostiziert. Bis 2045 steigt dieser Wert den Projektionen zufolge auf etwa 27 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent an.

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